05.06.2018 | KSK-Prüfungen bei Galerien - Informationsschrift, Handlungshilfe und Checkliste

Seit etwa drei Jahren werden Galerien verstärkt durch die Künstlersozialkasse geprüft. Bei solchen Prüfungen werden nicht nur die buchhalterischen Belege gesichtet, sondern auch die Jahresabschlüsse und relevanten Sachkonten, auf denen die Angaben in der Steuererklärung des jeweiligen Prüfzeitraums (regelmäßig die zurückliegenden 4-5 Jahre) basierten.

Grundlage der Prüfung ist unten stehender Paragraph 25 KSVG - Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten.

In der Informationsschrift Nr. 21 der Künstlersozialkasse für Galerien, Kunsthändler und Auktionshäuser sind die Bemessungsgrundlagen, die "typischen Verwertungsformen" und die Verfahren zur Erhebung der Künstlersozialabgabe der Kunstmarkt-Unternehmen zusammengefasst. Jüngst hat die KSK zudem eine generelle "Handlungshilfe" zur Feststellung der abgabepflichtigen Entgelte an Künstler, Publizisten und sonstige Kreative herausgegeben. In einer spezielle Checkliste für Galerien wurde zudem gelistet, welche Honorarformen oder Nebenleistungen gemäß Künstlersozialversicherungsgesetz und einschlägiger Rechtsprechung abgabepflichtig sind. Die genannten Unterlagen finden sich unten. 

Der Abgabesatz in 2018 beträgt 4,2 % aller an Künstler, Publizisten und sonstige Kreative gezahlten Entgelte (2017: 4,8 %).

Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten (Künstlersozialversicherungsgesetz - KSVG)
§ 25 KSVG

(1) Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe sind die Entgelte für künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen, die ein nach § 24 Abs. 1 oder 2 zur Abgabe Verpflichteter im Rahmen der dort aufgeführten Tätigkeiten im Laufe eines Kalenderjahres an selbständige Künstler oder Publizisten zahlt, auch wenn diese selbst nach diesem Gesetz nicht versicherungspflichtig sind. Bemessungsgrundlage sind auch die Entgelte, die ein nicht abgabepflichtiger Dritter für künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen zahlt, die für einen zur Abgabe Verpflichteten erbracht werden.

(2) Entgelt im Sinne des Absatzes 1 ist alles, was der zur Abgabe Verpflichtete aufwendet, um das Werk oder die Leistung zu erhalten oder zu nutzen, abzüglich der in einer Rechnung oder Gutschrift gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer. Ausgenommen hiervon sind

1. die Entgelte, die für urheberrechtliche Nutzungsrechte, sonstige Rechte des Urhebers oder Leistungsschutzrechte an Verwertungsgesellschaften gezahlt werden,
2. steuerfreie Aufwandsentschädigungen und die in § 3 Nr. 26 des Einkommensteuergesetzes genannten steuerfreien Einnahmen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird ermächtigt, zur Vereinfachung des Abgabeverfahrens durch Rechtsverordnung zu bestimmen, daß Nebenleistungen, die der zur Abgabe Verpflichtete im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Nutzung des Werkes oder der Leistung erbringt, ganz oder teilweise nicht dem Entgelt im Sinne des Satzes 1 zuzurechnen sind.

(3) Entgelt im Sinne des Absatzes 1 ist auch der Preis, der dem Künstler oder Publizisten aus der Veräußerung seines Werkes im Wege eines Kommissionsgeschäfts für seine eigene Leistung zusteht. Satz 1 gilt entsprechend, wenn ein nach § 24 Abs. 1 zur Abgabe Verpflichteter

1. den Vertrag im Namen des Künstlers oder Publizisten mit einem Dritten oder im Namen eines Dritten mit dem Künstler oder Publizisten abgeschlossen hat oder
2. den Künstler oder Publizisten an einen Dritten vermittelt und für diesen dabei Leistungen erbringt, die über einen Gelegenheitsnachweis hinausgehen,

es sei denn, der Dritte ist selbst zur Abgabe verpflichtet.

(4) Erwirbt ein nach § 24 Abs. 1 oder 2 zur Abgabe Verpflichteter von einer Person, die ihren Wohnsitz oder Sitz nicht im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat, ein künstlerisches oder publizistisches Werk eines selbständigen Künstlers oder Publizisten, der zur Zeit der Herstellung des Werkes seinen Wohnsitz im Geltungsbereich dieses Gesetzes hatte, gilt als Entgelt im Sinne des Absatzes 1 auch das Entgelt, das der Künstler oder Publizist aus der Veräußerung seines Werkes von dieser Person erhalten hat. Satz 1 gilt nicht, wenn der zur Abgabe Verpflichtete nachweist, daß von dem Entgelt Künstlersozialabgabe gezahlt worden ist oder die Veräußerung des Werkes mehr als zwei Jahre zurückliegt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend, wenn eine künstlerische oder publizistische Leistung erbracht wird.

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/ksvg/__25.html

AC2018_Stand_Eleni_Koroneou_Gallery © Marcus Hoffmann, Koeln