14.10.2019 | FAIR UND GERECHT? Restitution und Provenienz im Kunstmarkt. Praxis. Probleme. Perspektiven.

Eine Tagung der Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel. Die IG Deutscher Kunsthandel organisiert erstmals eine Tagung, die das historisch und juristisch komplexe Thema der NS-Raubkunst auch aus Sicht der Marktakteure beleuchtet.

Die Tagung gibt Einblicke in die Praxis des etablierten Kunsthandels, der seine Profession mit hoher Expertise und Verantwortung für die Vermittlung und den Erhalt kultureller Güter ausübt. Ferner will sie einen Beitrag auf der Suche nach Best-Practice-Lösungen leisten, die dem Kunsthandel auch in Zukunft die Arbeit ermöglichen.

Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler, MdL.

München · KARL & FABER Kunstauktionen · Amiraplatz 3
14. Oktober 2019 · 9:00 – 18:00 Uhr
T + 49 89 22 18 65

Anmeldung
Teilnahmegebühr: 60 EUR
Für Mitglieder der Kunsthandelsverbände: 30 EUR

Anmeldebogen - pdf-Download hier.
Bitte ausgefüllt senden an: info@interessengemeinschaftdeutscherkunsthandel.de
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

 

Programm

  9:00    Akkreditierung und Einlass
  9:30    Begrüßung: Dr. Rupert Keim
  9:45    Keynote: Prof. Dr. Michael Wolffsohn: Recht, Gerechtigkeit, Frieden.

TEIL I    VORTRÄGE: WAS IST RAUBKUNST? HISTORIE – DEFINITION – RECHT

10:10    Michael Eggert: Von den Collecting Points zu den Washington Principles.
             Ein Überblick zu den Grundlagen der Restitution.

10:40    Prof. Dr. Hans-Jürgen Hellwig: Die Entwicklung seit den Washington Principles.


11:10    Dr. Nicolai von Cube: Aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen.

             Über den Umgang mit belasteten Kunstwerken in privatem Besitz und im Handel.

11:40    Fragen aus dem Publikum | Moderation: Birgit Maria Sturm

12:00    Kaffeepause

TEIL II   PODIUMSGESPRÄCHE ZUR PRAXIS. MODERATION: THOMAS E. SCHMIDT

12:30    Provenienz und Restitution in der Praxis

             Die Kunsthändler Dr. Christoph Andreas, Carl Gebhardt und Silke Thomas
             sprechen über Provenienzthemen und ihre Erfahrungen mit Restitutionen
             sowie über ihren Umgang mit Kunstwerken unklarer Herkunft.
             Prof. Peter Raue hat mehrere Restitutionsverfahren begleitet
             und bringt seine Sicht als Rechtsanwalt, Sammler und Kunstmarktkenner ein.
             Dr. Christian Fuhrmeister und Dr. Uwe Hartmann sprechen
             über die Beziehung von Kunstwissenschaft und Handel,
             über das Dilemma der Provenienzlücke und die
             politische Bedeutung der Restitution in Deutschland.

13:30    Diskussion Podium / Publikum

14:00    Lunchbuffet

TEIL III  LÖSUNGSANSÄTZE UND PERSPEKTIVEN: COMPLIANCE – VERSICHERUNG – RESTITUTIONSGESETZ?

15:00    Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier: Recht versus Moral?
             Verfassungsrechtliche Grenzen eines Restitutionsgesetzes.

15:20    Dr. Christina Berking: Wem gehört die Kunst?
             Überlegungen zu einer außergesetzlichen Befriedung zwischen
             Anspruchstellern und Kunstbesitzern.

15:40    Podiumsdiskussion | Moderation: Dr. Christina Berking
             Prof. Dr. Hans-Jürgen Hellwig, Dr. Rupert Keim, Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier,
             und Dr. Johannes Nathan im Gespräch über einen zukünftigen
             fairen und gerechten Umgang mit NS-Raubkunst

             im und für den Kunsthandel.

16:30    Abschlußdiskussion mit dem Publikum
17:00    Empfang und Ausklang


LOVIS CORINTH, Walchensee, 1923, Aquarell. Ehem. Sammlung Prof. Dr. Curt Glaser (ab 1927 Direktor der Staatlichen Kunstbibliothek Berlin, seit Juni 1933 im Exil). Im Mai 1933 bei Max Perl, Berlin, versteigert. Auf Vermittlung des deutschen Kunsthandels „faire und gerechte“ Einigung des vormaligen Eigentümers mit den Erben nach Curt Glaser. Courtesy KARL & FABER