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08.09.2006

„Kunstnobelpreis“ geht an Yayoi Kusama und Christian Boltanski

Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama und der französische Künstler Christian Boltanski erhalten dieses Jahr den „Praemium Imperiale“, der als renommiertester Kunstpreis der Welt gilt. Dies gab das Preiskomitee der Japan Art Association bekannt. Die auch „Nobelpreis der Künste“ genannte Auszeichnung wird an fünf Personen für Ihr künstlerisches Lebenswerke in den Kategorien Malerei, Skulptur, Architektur, Musik und Film/Theater vergeben. Yayoi Kusama wird in der Sparte Malerei ausgezeichnet, Christian Boltanaski im Bereich Skulptur. Die weiteren Preisträger sind der Deutsche Frei Otto (Architektur), der Amerikaner Steve Reich (Musik) und die Russin Maya Plisetskaya (Theater/Film). Jeder der Preisträger bekommt ein Preisgeld in Höhe von rund 110.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 18. Oktober 2006 in Tokyo statt.

Yayoi Kusama (Jg. 1929) gilt als erfolgreichste Künstlerin Japans. Berühmt wurde Kusama durch die obsessive Verwendung von gemalten Farbpunkten. Mit diesen sogenannten „Polka Dots“ überzieht sie seit den 1960er Jahren Menschen, Objekte und selbst geschaffene, raumfüllende Installationen. In ähnlicher Weise hat sich Kusama mit gemalten Netzstrukturen befasst. So wurde sie in die Nähe von Pop Art, Performance und Minimal Art gerückt. Kusama selbst versteht ihre Kunst schlicht als „obsessional art“. Das New Yorker MoMA widmete ihr 1998 eine umfassende Retrospektive. Bis zum 3. Oktober ist ihre große Installation „Dots Obsession“ in der Ausstellung „Berlin-Tokyo/Tokyo-Berlin. Die Kunst zweier Städte“ in der Berliner Neuen Nationalgalerie zu sehen.

Christian Boltanski ist einer der weltweit bekanntesten Künstler der Gegenwart. Arbeiten des 62jährigen Franzosen sind in vielen bedeutenden Museen für zeitgenössische Kunst zu finden. Ausgehend von der Rekonstruktion seiner eigenen Kindheit geht es Boltanski um die Erinnerung an die Vergangenheit realer oder fiktiver Personen. Sein Lebensthema Vergänglichkeit setzt Boltanski in multimedialen Arbeiten in einer einzigartig eindringlichen, oft beklemmenden Weise um. Unvergessliche Sinnbilder hierfür sind seine Installationen mit Hunderten von abgelegten Kleidern („Die Reserven der Kinder von Odessa“, 1989) oder verblassten Schwarz-weiß Fotoportraits („Die toten Schweizer“,1990). Das umfangreiche Werk des mehrmaligen documenta Teilnehmers war bereits in vielen Einzelausstellungen zu sehen, in Deutschland zuletzt 1996 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt.


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