Drei Retrospektiven warten ab diesem Wochenende auf den interessierten Besucher: Das Düsseldorfer Museum Kunst Palast präsentiert die Künstlerbewegung ZERO, im Aachener Ludwig Forum für Internationale Kunst ist das Werk des hyperrealistischen Malers Franz Gertsch zu sehen, und die Kunstsammlungen Chemnitz zeigen eine umfangreiche Schau des Grafikers und Satirikers Klaus Staeck.
Die umfangreiche Schau „ZERO. Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre“ bietet über 250 Gemälde, Objekte, Installationen und Environments von europäischen und japanischen Künstlern. Sie zeigt ZERO erstmals im Kontext von weiteren, ähnlich ausgerichteten Künstlerbewegungen, die alle auf eine aktivere Rolle der Kunst zielten. Die ZERO-Gründer Heinz Mack und Otto Piene, wenig später auch Günther Uecker, vollzogen 1956 eine Abkehr von der vorherrschenden abstrakten Malerei und schufen neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten mittels Licht, Feuer, Rauch oder Wasser und mit Hilfe industrieller Materialien wie Aluminium oder Glas.
Auch die Anfang der 50er Jahre gegründete Gutai-Gruppe aus Japan oder die Gruppe NUL aus den Niederlanden strebten in ihren vielfältigen Arbeiten nach einer größeren Lebensnähe der Kunst. Eine große Anzahl von weiteren Einzelpositionen – unter anderem von Yves Klein, Lucio Fontana, Jean Tinguely, Daniel Spoerri oder Piero Manzoni – bezeugt die Aufbruchstimmung der Künstler-Avantgarde der späten 1950er und der 1960er Jahre.
Anlässlich des 75jährigen Geburtstages von Franz Gertsch im vergangenen Jahr schickte das Museum Franz Gertsch in Burgdorf, Schweiz seine Bestände auf eine Wanderausstellung. Nach dem Kunstmuseum Bern ist nun das Aachener Ludwig Forum die zweite Station, bevor die Schau im Juli nach Tübingen geht. Erstmals werden nahezu alle 40 wichtigen, großformatigen Gemälde von Gertsch zu sehen sein.
Ende der 1960er Jahre begann der Schweizer Gertsch, hyperrealistisch zu malen und hatte damit auf der documenta 5 im Jahre 1972 seinen künstlerischen Durchbruch. Während in den 1970er Jahren hauptsächlich großformatige Arbeiten von Künstlern und Bohemiens entstanden, wandte sich Gertsch in den 80er Jahren dem Porträt zu. Neben diesen Gemälden werden auch weitere bevorzugte Medien von Gertsch gezeigt: monumentale Holzschnitte, Gouachen und Aquarelle.
Klaus Staeck (68) hat sich mit seinen gesellschaftskritischen Arbeiten bereits in den späten 1960er Jahren einen Namen gemacht und ist heute ein Synonym für satirische Plakatkunst. Die Kunstsammlungen Chemnitz würdigen das oft provokative Schaffen Staecks mit einer repräsentativen Auswahl von 70 politischen Plakaten. Immer wieder im Focus des langjährigen SPD-Mitgliedes Staeck: die Politik der CDU/CSU. Vervollständigt wird die Schau "Nichts ist erledigt" mit Collagen sowie weniger bekannten Fotoserien und Installationen.
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