Aktuelle Meldung

« zurück zur Übersicht | alle Meldungen anzeigen »

06.04.2006

Karl Ruhrberg ist tot

Der ehemalige Museumsdirektor und Kunstkritiker Prof. Karl Ruhrberg ist tot. Wie seine Familie mitteilte, erlag Ruhrberg gestern im Alter von 81 Jahren einer langer Krankheit. Der studierte Theaterwissenschaftler und Germanist hatte seine Karriere in den 1950er Jahren als Journalist und Kunstkritiker in Düsseldorf begonnen.

Nach einer Zwischenstation als Chefdramaturg an der Deutschen Oper am Rhein war Ruhrberg von 1965 bis 1972 Gründungsdirektor der Düsseldorfer Kunsthalle. Hier zeigte er unter anderem Joseph Beuys, Edward Kienholz und Mark Rothko. Anschließend war Ruhrberg fünf Jahre lang Leiter des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, wo er viele heute international renommierte Künstler wie Christian Boltanski, Daniel Buren oder Mario Merz förderte. Von 1978 bis 1984 leitete Karl Ruhrberg erneut als Gründungsdirektor das Kölner Museum Ludwig. Unter seiner Führung fanden dort erfolgreiche Überblicksausstellungen unter anderem zum Werk Andy Warhols und Christos statt.

Als Kunstkritiker und Publizist veröffentlichte Ruhrberg zahlreiche Publikationen zur modernen und zeitgenössischen Kunst, darunter den Bestseller „Kunst im 20. Jahrhundert“. Ruhrberg war von 1970 bis 1975 Präsident der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikerverbandes AICA. In Anerkennung seiner langjährigen Verdienste um Kunst und Künstler wurde der als streitbar aber vermittelnd geltende „Vollblutkritiker“ Ruhrberg 2000 Ehrenmitglied der deutschen Sektion der AICA.

Gert & Uwe Tobias, "Unitled", 2006, Farbholzschnitt auf Papier, 200 x 165 cm, Courtesy Galerie Michael Janssen, Köln
Gert & Uwe Tobias, "Unitled", 2006, Farbholzschnitt auf Papier, 200 x 165 cm, Courtesy Galerie Michael Janssen, Köln


« zurück zur Übersicht | alle Meldungen anzeigen »