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| 22.10.2008 |
Zur aktuellen Diskussion um die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Lage der Galeristen und Künstler |
Bis vor ganz kurzem, so schien es fast, fokussierte sich die Wahrnehmung der Bildenden Kunst auf das Faszinosum der großen Zahl. Die Kunstwerke wurden vielfach vor allem auf ihre finanzielle Steigerungsfähigkeit untersucht. Und vor lauter Rekordmeldungsjagd trat der eigentliche Movens dieser Steigerung: die Kunst selbst, in den Hintergrund. Als paradoxe Kehrseite dessen wird nun, bei der zu erwartenden Abschwächung des sogenannten Booms, zu der die nicht vorgesehene Finanzkrise verstärkend hinzukam, wiederum der Blick zwanghaft auf die großen Preise gerichtet: kommen sie zustande oder nicht.
Wichtiger aber ist, dass wir als Galeristen, unbeschadet möglicher und vielleicht notwendiger Preisrelativierungen, darauf hinweisen, dass unsere Arbeit immer auf eine andere Form von Wertbeständigkeit zielte und zielt.
Selbstverständlich hat sich die Kunst in den letzten Jahren zu einer Anlageform entwickelt, die neben normaler Entwicklung auch überraschende Preissprünge hervorgebracht hat. Aber auf Dauer sind für den Sammler Spitzenwerke in allen Preissegmenten, auch den eher unteren, faszinierend. Denn in vielen Ausstellungen kommen Werke von Künstlern auf den Markt, die eine interessante Biographie haben, ein eigenständiges Werk verkörpern, ob sie Teil des Hypes sind oder nicht.
Der nun als überhitzt gebrandmarkte Markt wird in einem nicht einfachen Prozess die Spitzen abschleifen; die Wertbeständigkeit einer Anlage in Kunst welcher Spielart auch immer ist aber aus vielen Gründen evident. Die Galerien arbeiten daran, neue und bekannte Formen der Bildenden Kunst zuerst und mit Nachdruck zu präsentieren. Auf diese Form von schöpferischer Vermittlung ist der Kunstmarkt gerade in den beschworenen Krisenzeiten mehr denn je angewiesen.
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