Am kommenden Sonntag ist es soweit: Die 52. Internationale Kunstausstellung der Biennale von Venedig öffnet am 10. Juni ihre Tore für die Öffentlichkeit. Die Biennale bildet den glanzvollen Auftakt zu einer Reihe von international bedeutenden Schauen zur Kunst der Gegenwart. Am 13. Juni wird die Kunstmesse Art Basel eröffnet, dicht gefolgt vom Beginn der documenta 12 am 15. Juni in Kassel. Einen Tag später geht die skulptur projekte münster 07 an den Start.
In der vom Amerikaner Robert Storr geleiteten Biennale von Venedig präsentieren sich zahlreiche Länder in nationalen Pavillons. Für Deutschland geht die Kölner Bildhauerin Isa Genzken mit der geheimnisumwitterten Ausstellung „Oil“ ins Rennen um den Goldenen Löwen. Genzken, die seit 20 Jahren von der Galerie Daniel Buchholz vertreten wird, war im Frühjahr vom Kurator des deutschen Pavillons, Nikolaus Schafhausen, ausgewählt worden. Gespannt darf man auf die von Storr kuratierte Themenausstellung „Think with the Senses - Feel with the Mind“ sein, die ebenfalls fester Bestandteil der Biennale ist.
Neben der Biennale gesellt sich mit der Cornice Art Fair zum ersten Mal in Venedig auch eine Kunstmesse. An der Premiere nehmen 55 Galerien für zeitgenössische Kunst teil, darunter 11 Galerien aus Deutschland. Die Cornice Art Fair ist noch bis zum 10. Juni geöffnet.
Die nächste Station auf dem Kunstparcours ist die Art Basel. An der derzeit wichtigsten Kunstmesse für moderne und zeitgenössische Kunst nehmen in diesem Jahr rund 300 international führende Galerien teil. Mit 45 Teilnehmern - darunter eine Vielzahl von BVDG-Mitgliedern (siehe angehängte PDF unten) - stellen deutsche Galerien das zweitstärkste Kontingent hinter den USA. Bis zum 17. Juni präsentieren die beteiligten Galerien Arbeiten von über 2000 Künstlern. Mit der Liste, der Voltashow, der balelatina und der Scope Basel begleiten gleich vier Parallelmessen die Basler Kunstmesse.
In Kassel erwartet die zwölfte Ausgabe der documenta den Kunstreisenden. Die aktuelle Weltschau der Kunst ist von Roger M. Buergel und Ruth Noack kuratiert worden. Mit ihrer bewussten Abkehr von im Kunstbetrieb kursierenden Namen und einer nochmaligen Erweiterung des Kunstbegriffs haben sich Buergel und Noack zum Ziel gesetzt, den Besucher zu neuen Kunsterlebnissen und -erfahrungen hinzuführen. Zeit dazu bietet sich bis zum 23. September 2007.
Die skulptur projekte in Münster schließlich bietet seit 1977 einen wohltuenden Kontrast zu einer Kunstausstellung in einer Halle oder white cube. Alle zehn Jahre wird dem interessierten Publikum die kostenlose Möglichkeit gegeben, Skulptur im öffentlichen Raum, sowohl im urbanen als auch im naturnahen Kontext, wahrzunehmen. Für die vierte Ausgabe der skulptur projekte haben die Ausstellungsmacher Kasper König, Brigitte Franzen und Carina Plath 35 internationale Künstlerinnen und Künstler eingeladen.
Wer die am Sonntag beginnende ‚Grand Tour 2007’ von Venedig, Basel, Kassel bis Münster bewältigen will, benötigt zweifellos eine gute Kondition. Für einen zusätzlichen Motivationsschub dürfte sicherlich die Tatsache sorgen, dass diese Konstellation von erstklassigen Ausstellungen zur Gegenwartskunst nur alle zehn Jahre vorkommt - und damit sozusagen eine 'Total eclipse of the art' bildet.
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